Lerntipps
- Malend Lernen
- Mindmaps
- Bewegte Pausen
- Ernährungstipps
- "superlearning"
Malend lernen?
Meine Freundin war während ihres ersten Semesters Medizin öfter krank und konnte erst im zweiten Semester richtig einsteigen.
Während der Semesterferien holte sie den versäumten Stoff nach und malte alle Muskeln, Knochen, Gelenke farbig auf und brachte sich so die Anatomie bei. Später stellte sie fest, dass sie weitaus besser die Anatomie des Körpers beherschte als Ihre Mitstudenten.
Lerntipp 1:
Malen Sie sich die Muskeln, Knochen, auch physiologische Vorgänge (z.B. Vorgänge in der Niere) als Bild auf. Hängen Sie sich "Ihre" Poster und Bilder auf, z.B. in die Küche, wo Sie während des Spülens oder Kochens öfter hinschauen.
Buchtipps:
"Malatlanten" erschienen im Arcis Verlag www.arcismuc.de/malatlas.htm
Lerntipp 2
Verschaffen Sie sich eine Überblick!
Machen Sie sich z.B. Poster oder Karteikarten zu einzelnen Erkrankungen, den Symptomen und Laborwerten.
"Mind mapping"
Eine interessante Erkenntnis der Gehirnforschung der letzten Jahre sind die "mind maps", mit denen man Gedanken und Inhalte graphisch strukturieren kann und die sich dadurch besser einprägen.
Mindmap = Landkarte der Gedanken
Beispiel:
Erstellen Sie sich eine eigene mind map zum Thema " Leitsymptome von Herzklappenfehlern"
1) In die Mitte schreiben Sie das Thema:
"Leitsymptome Herzklappenfehler"
2) dann sammeln Sie alle Erkrankungen, die in dieses Thema gehören
- Aorteninsuffizienz
- Mitralinsuffizienz
- Aortenklappenstenose
- Mitralklappenstenose
Diese Erkrankungen ordnen Sie um das Hauptthema graphisch an.
3) Jeweils neben die 4 Erkrankungen schreiben Sie die Leitsymtome:
Beispiel als Bild:
bitte hier zur Vergrößerung:
Durch das Erstellen, Aufzeichnen und spätere Anschauen prägen sich die Lerninhalte optimal in Ihr Gedächtnis ein.
Weitere mindmaps: (einfach anklicken zur Ansicht)
- Knochenerkrankungen
- Rheumatischer Formenkreis
- Leitsymptome der Erkrankungen des Zentralen Nervensystems
- Krankheitsursache des zentralen Nervensystem
- Psychische Elementarfunktionen und deren Störungen
- Leitsymptome der Erkrankungen des Peripheren Nervensystems
Download-Tipp: Freemind (Freeware)
Mit diesem Programm können Sie kinderleicht Mindmaps am Computer erstellen. Empfehlenswert!
Lerntipp 3
Bewegte Pausen
Effektive Lernpausen optimieren Ihre Aufnahmekapazitäten!
Versuchen Sie sich vor jedem Lernen von Ihrem Alltag zu befreien.
Machen Sie spätestens nach einer Stunde eine Pause:
- Legen Sie Ihre Lieblingstanzmusik auf und tanzen Sie 5-10 Minuten. Das enstpannt und fördert die Durchblutung!
- Atmen Sie tief ein paar Mal kräftig mit Geräuschen ein und aus. Trauen Sie sich Laute von sich zu geben.
- So können Sie eventuelle Spannungen abbauen.
- Machen Sie folgende Übung, um Denkblockaden zu lösen:
Auf die Plätze fertig los! "Die Acht"
Wichtig ist eine bequeme Haltung.
Handflächen vor der Brust aufeinanderlegen; ohne Druck. Dann mit den Händen eine Acht in die Luft malen: groß, klein, voll und schmal, senkrecht, waagerecht.
Ohne den Kopf zu drehen sollte man mit den Augen der Bewegung folgen.
Die Richtung wechseln und die Form von der Mitte aus nach links oder rechts oben beginnen. Langsam arbeiten, gleichmäßig und ruhig atmen. In jede Richtung 5 x die Acht malen. Pause. 2 - 3 x wiederholen!
Die Bewegungen lockern die Schultern, beide Gehirnhälften werden durch die Form harmonisiert. Das Denken wird angeregt. Überarbeitete Augen werden wieder frisch.
Variante: 15 x nur die Bewegung mit dem rechten Arm, dann 15 x mit dem linken Arm und abschließend 15 x mit beiden Armen gleichzeitig ausführen. Der Rücken sollte die ganze Zeit über möglichst gerade sein. Nicht anlehnen! Wichtig: Bei nur einer Hand darauf achten, dass diese die Mittellinie des Körpers kreuzt.
Lerntipp 4
Ernähren Sie sich bewußt und unterstützen Sie damit Ihre Lernfähigkeit:
Trinken Sie sich fit!
Kopfschmerzen können auch von Flüssigkeitsmangel herrühren. Trinken Sie deshalb viel Wasser, damit Ihr Körper entgiften und Stoffwechselschlacken ausscheiden kann.
Alternative: ungesüßte Früchte- oder Kräutertees, ungesüßte Fruchtschorlen (9 Teile Wasser, 1 Teil Fruchtsaft)
Heißhunger vermeiden - Schokolade eher beiseite lassen!
Heißhunger entsteht immer dann, wenn der Blutzuckerspiegel unter den normalen Wert sinkt.
Die Folge der Unterzuckerung: Kopfweh, Konzentrations-mangel, Hunger auf Süßes. Wenn Sie jetzt Süßes in Form von einfachen Kohlenhydraten zu sich nehmen, fühlen Sie sich gleich besser. Allerdings steigt der Blutzuckerspiegel rasant an, die Bauchspeicheldrüse arbeitet auf Hochtouren, so daß der Blutzuckerspiegel genauso blitzschnell wieder sinkt.
Deshalb: Bevorzugen Sie "komplexe" Kohlenhydrate, wie z.B.in Obst, Gemüse, Vollkornprodukten. Der Blutzuckerspiegel steigt nur langsam, der Sättigungseffekt hält länger an.
Ein ideales Pausenessen sind Bananen - der hohe Gehalt an Frucht- und Traubenzucker liefert eine Extraportion Kohlenhydrate und helfen ein Leistungstief zu überwinden.
Lerntipp 5
Der Geist des Menschen ist kein Gefäß, das gefüllt, sondern ein Feuer, das entfacht werden will (Plutarch)
Superlearning - was ist das?
Superlearning oder Suggestopädie wurde in den 60er Jahren von dem bulgarischen Arzt und Psychologen Prof. Dr. Georgi Lozanov an der Universität Sophia als ganzheitliches Lernverfahren begründet.
Diese "revolutionäre" Lerntechnik wurde im Westen bekannt durch ein Buch zweier amerikanischer Journalisten, die über Geheimwaffen hinter dem Eisernen Vorhang schrieben. Suggestopädie wurde darin als Wunderwaffe bei der Ausbildung der östlichen Elite beschrieben. Angeblich sollte es möglich sein, zum Beispiel tausende von Wörtern einer Fremdsprache mühelos in wenigen Tagen zu lernen...
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigten bald, daß die Suggestopädie, richtig angewendet, tatsächlich überdurchschnittliche Lernergebnisse liefern kann. Das Gehirn hat eine viel höhere Merkfähigkeit, als man gemeinhin gedacht hat. Die Leistung des Gedächtnisses wird jedoch bei den meisten Lernenden durch bewußte und unbewußte Suggestion eingeschränkt.
Ganzheitliches Lernen
Das menschliche Gehirn besteht aus zwei Hälften. Es ist bekannt, daß die linke Gehirnhälfte speziell für das logische und abstrakte Denken zuständig ist - die rechte für das kreative, assoziative Denken, für die Welt der Träume, Bilder, Phantasien.
Bei herkömmlichen Lernmethoden wird nur die linke Gehirnhälfte angesprochen, die rechte bleibt hingegen ungenutzt.
Wie kommt es zu Lernblockaden?
Kennen Sie den Zustand - Sie lesen ein paar Abschnitte, aber es geht nichts in Ihren Kopf hinein? Woran liegt das?
Zwischen den einzelnen Nervenfasern befindet sich ein winziger Spalt, die Synapse. Damit ein Impuls weitergeleitet werden kann, wird dieser Spalt durch eine Überträger-substanz blitzschnell überbrückt und der Impuls, bzw die Information kann weitergeleitet werden. Durch Leistungsdruck und Stress wird diese Überträgersubstanz blockiert und die Impulse können nicht mehr weitergeleitet werden. Beim Superlearning werden Lernblockaden abgebaut, was sich auch auf andere Lebensbereiche auswirkt.
Lustvolles Lernen?
Superlearning aktiviert auch die rechte Gehirnhälfte und hilft uns unbewußte Lernblockaden zu überwinden. Durch verschiedene Techniken wie
- Entspannung
- Suggestionsformeln, die das Selbstvertauen stärken
- Einsatz von klassischer Musik
- Atmung, Rhythmus, Ton
- mentale Techniken
- Visualisierungstechniken
- spielerische Elementen und Bewegung
wird unsere kreative, intuitive Seite angesprochen und aktiviert.
Wir sind in einem körperlich entspannten Zustand, aber der Geist ist hellwach und aufnahmefähig.
Das Ergebnis ist schnelleres Lernen, eine tiefere Verankerung des Lehrstoffes im Langzeitgedächtnis und ein langsameres Vergessen.
Es ist nicht möglich, die Methode der Suggestopädie oder "superlearnings" hier erschöpfend vorzustellen und die Methode zu vermitteln. Allerdings können Sie einzelne Elemente sofort in Ihr Lernen aufnehmen und eine Steigerung Ihrer Lernfähigkeit erreichen.
Was können Sie tun?
1) Motivation
Das Entscheidende beim Lernen ist immer die Motivation und eventuelle Blockaden, die es auszuräumen gilt..
Wer sich "begeistern" kann für ein Thema, wer ein festes Ziel vor Augen hat, der hat es um ein Vielfaches leichter. Verankern Sie in Ihrem Denken:
- Lernen macht Spaß!
- Lernen Sie mit Lust und vorallem Leichtigkeit! Lösen Sie sich bei Bedarf von der strengen Abfolge der Skripten. Beginnen Sie mit einem Thema, das Sie interessiert und für das Sie sich begeistern können. Entwickeln Sie eine Lust, den "Vorgängen des Lebes auf die Spur" zu kommen.
- Versuchen Sie neugierig wie ein Kind zu sein. Die Neugierde ist eine wichtige Triebfeder beim Lernen. Erinnern Sie sich, wie Sie früher als Kind voller Neugierde die Welt erforscht haben. Knüpfen Sie an diese Gefühle an und bearbeiten Sie mit diesem Gefühl der Neugierde Ihre Skripten.
- Verankern Sie in Ihrem Denken, daß Lernen einfach und leicht funktioniert. Erinnern Sie sich an einen Moment, wo Ihnen das Lernen leicht gefallen ist oder wo Sie einen echten Gedächtniserfolg hatten. Die "Emotionen" - das Glücksgefühl, der Stolz über den Erfolg - sind wichtige Überbringer der Botschaften an das Unbewußte, wo sich dann die Informationen "Lernen passiert leicht" wirklich verankern kann.
- Machen Sie sich eine Liste mit zwei Spalten. Schreiben Sie in die eine Hälfte, was Sie beim Lernen motiviert, was Sie glauben, was Sie alles können und Ihre Ziele.
Auf der anderen Hälfte des Zettels notieren Sie die Stimmen und Sätze, die sich dabei ganz unwillkürlich bei Ihnen melden.
Lassen Sie Ihre Zweifel, Ihre Ängste und Glaubenssätze sprechen, die Sie hindern Ihre Ziele zu erreichen.
Schauen Sie sich bewußt Ihre "Lernblockaden" an. Erst wenn Ihnen bewußt wird, was Sie zutiefst wirklich glauben, können Sie diese Glaubenssätze ändern.
Schaffen Sie in sich Raum für neue, positive Affirmationen.
Bedenken Sie: Bisher haben Sie maximal 10% Ihrer geistigen Kapazitäten genutzt. Sie stehen an einem Wendepunkt, wo Sie Zugang zu bisher ungenutzen Potentialen bekommen.
Verinnerlichen Sie:
Ich kann.
Lernen macht mir Spaß.
Lernen funktioniert ganz leicht.
2) Entspannen Sie sich!
Die erste und wichtigste Grundlage für alle Lernvorgänge ist die Schaffung einer stressfreien, angenehmen Lernsituation.
Nehmen Sie sich Zeit und machen Sie vor jeder Lernphase Entspannungsübungen. Es lohnt sich! Wenn Sie die Entspannungsübungen regelmäßig wiederholen, wird es Ihnen immer leichter fallen sich schnell zu entspannen:
Beispiel A:
Progressive Muskelentspannung
Beispiel B:
Psychische Entspannung
Entspannungs-CD
Sie können sich auch eine Entspannungs-CD anschaffen, mit der Sie regelmäßig üben. z.B. die CD "Entspannungsparadies" von Sigrid Borst. Hier finden Sie mehrere Elemente kombiniert - Muskelentspannung nach Jackobsen, Phantasiereisen, autogenes Training, Yoga und Meditiation.
Die CD ist mit Klangschalenmusik und Text.
Bezugsquelle: www.concentrum.info
3) Unterstützen Sie Ihre Lernzeiten mit entspannender Musik
Hier finden Sie eine Liste mit Musikstücken, die beruhigend
und entspannend auf den Geist wirken.
Diese Liste ist selbstverständlich nicht erschöpfend. Die genannten Werke haben sich bei den Supermemory-Sitzungen bewährt, können aber auch durch andere langsame Sätze aus beliebigen Barockkompositionen ersetzt bzw. ergänzt werden.
JOHANN SEBASTIAN BACH
- Largo aus dem Flötenkonzert in G-moll nach BWV (Bach-Werkverzeichnis) 1056. Bearbeitung für Flöte; Original: Cembalo. James Galway spielt Bach
- Aria zu den Goldberg- Variationen, BWV 988 (Cembalo). 3. Largo aus Konzert für Klavier und Streichorchester Nr. 5 in F-moll, BWV 1056.
- Largo aus Konzert für Cembalo solo in G-moll, BWV 975 (nach Vivaldi). (Cembalokonzerte nach Antonio Vivaldi)
- Largo aus Konzert für Cembalo solo Nr. 5 in G-dur, BWV 976.
- Largo aus Konzert für Cembalo solo in F-dur. (FSM 34 287) ARCANGEL0 CORELLI
- Alle langsamen Sätze aus Concerti grossi op. 6, Nr. 1-12.
GEORG FRIEDRICH HÄNDEL
- Largo aus Konzert Nr. 3 in D-dur. (Feuerwerksmusik)
- Largo aus Konzert Nr. 1 in B-dur. (Concerto grossi op. 3, Nr. 1-6)
GEORG PHILIPP TELEMANN
- Largo aus Fantasien für Cembalo, Nr. 17 in G-moll.
- Largo aus Konzert für Viola, Streicher und Basso continuo in G-dur.
ANTONIO VIVALDI
- Largo aus »Winter« Die vier Jahreszeiten.
- Largo aus Konzert in D-dur für Gitarre, Streicher und Basso continuo.
- Largo aus Concerto für Mandoline, Streicher und Orgel, Nr. 1 in C-dur PV 134.
- Largo aus Concerto für Viola d'amore, Laute, Streicher und Basso continuo in D-moll PV 266.
- Largo aus Konzert für Flöte, Streicher und Basso continuo in C-dur PV 79.
Diese spezielle Barockmusik wirkt wie ein Mantra und soll einen bestimmten psychophysischen Zustand entspannter Konzentration herbeiführen.