3.) Rückblick:
Vortrag von Frau Dr. Ingrid Müller-Mackert über den Begriff “Ganzheitlichkeit” anlässlich des Tages der offenen Tür vom Oktober 2007.
Anlässlich des Tages der offenen Tür im Oktober vergangenen Jahres, hielt Frau Dr. Ingrid Müller-Mackert einen Vortrag zum Thema Ganzheitlichkeit.
Dabei war es das Anliegen der Referentin, den Bedeutungsraum des zur Modevokabel herabgesunkenen Begriffes “Ganzheitlichkeit” mit neuem Leben zu füllen.
Einer kurzen Einführung in das ganzheitliche Verständnis von Krankheiten folgten spannende Berichte aus ihrer langjährigen therapeutischen Praxis.
Grundlegend für das ganzheitliche Verständnis von Krankheiten, ist das von Sigmund Freud entwickelte Konversionsmodell. In diesem Ansatz werden Symptome als Ausdruck verdrängter Konflikte betrachtet.
Symptome und Krankheiten sind nicht der Feind, den es zu bekämpfen gilt. Der ganzheitliche Ansatz ist ein integrativer, der aus dem Blick auf die gesamte Lebenssituation und Geschichte des Patienten den Sinn einer Krankheit zu verstehen sucht. Wenn also ein Symptom als Versuch verstanden wird, ein drängendes Lebensthema des betreffenden Menschen auszudrücken, dann liegt der Krankheit ein vitales Prinzip zu Grunde, dass den Menschen bewegen will. Das Symptom als Verbündeten des Patienten zu betrachten, ist der technisch orientierten Medizin erfahrungsgemäß nicht ohne weiteres möglich. Genau dies versucht aber die ganzheitlich orientierte Heilkunde.
Gemeinsam mit dem Patienten sucht man die Botschaft der Symptome zu verstehen und, sofern es möglich ist, den zugrundeliegenden Konflikt auf der ursprünglichen Ebene, nämlich auf der Ebene der Beziehungs- und Lebensgeflechte des Betroffenen zu lösen.
Hier wird sichtbar, dass auch somatische Erkrankungen, nicht isoliert als körperliche Phänomene betrachtet und behandelt werden können. Eine Krankheit ist nichts was einem Menschen zufällig widerfährt, sondern gehört zu dem Menschen, ist Teil von ihm und soll auch so verstanden werden.
Dem Kampf gegen die Krankheit setzt die ganzheitliche Sicht die Arbeit mit ihr als einer Chance entgegen.
Die ganzheitliche Medizin legt den Akzent auf die Verbündung mit den vitalen Kräften der Menschen, in der Überzeugung, dass Leben, welches sich erfüllt, der beste Weg zur Gesundheit ist.